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Bericht von Frau Mara Sander (März 2007)
 
Europagespräch mit Elisabeth Jeggle

Europagespräch – Verantwortung für Mitmenschen übernehmen. Glaube darf nicht theoretisch bleiben. Elisabeth Jeggle in Bad Urach zu Politik und Glauben.  

BAD URACH. Zum zweiten Mal kam am Sonntag die CDU-Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle in die katholische Kirchengemeinde St. Josef Bad Urach und informierte über europapolitische Fragen, mit denen sie täglich in Brüssel und Straßburg beschäftigt ist. Der Kontakt kam durch eine Gemeindefahrt 2005 nach Brüssel zustande. Jeggle sprach auch über den vieldiskutierten Gottesbezug im europäischen Verfassungsvertrag.

Sie hob hervor, dass es sich nicht um eine Verfassung für einen europäischen Staat handele, sondern um einen „Zusammenschluss von 27 ganz unterschiedlichen Staaten und einen Vertrag als Arbeitsgrundlage für Zusammenarbeit.“ Der umstrittene Gottesbezug im europäischen Verfassungsvertrag sei „ein Thema, bei dem man nicht locker lassen sollte“, aber nur eine theoretische Aussage zum Glauben nütze nichts, wenn nicht das christliche Verständnis Grundlage der Politik in der Praxis sei.

Sie wies auf die Schwierigkeiten in der Umsetzung hin, die sich allein dadurch ergeben, dass deutsche Abgeordnete bei ihrer Vereidigung den Bezug zu Gott ablehnen. „Abgeordnete sind ein Spiegelbild der Gesellschaft.“ Ein Aufbruch sei nur von innen möglich, wenn Politiker sich so verhalten wie das christliche Menschenbild es einfordert.

Dazu gehöre es auch andere Religionen zu achten. „Nicht von anderen Religionen sondern von mir fordern“, so Jeggle. In ihrem Arbeitsalltag sei sie oft zu Toleranz und Verständnis aufgefordert, denn „Politik in Schlagzeilen ist ganz einfach, in der Realität des einzelnen Tages ist das anders. Da gilt es sich zu respektieren und zu achten, nachzufragen statt nur abzulehnen“, so Jeggle, die sich gegen eine weitere, zu schnelle Aufnahme neuer Staaten aussprach. Erst müsse der Verfassungsvertrag geregelt sein. Die EU habe den Raum des Friedens, der Freiheit und der Sicherheit geschaffen. „Wir brauchen Europa für die nächste Generation“, forderte sie auf nicht nur die eigenen Vorteile zu sehen.

Das war auch Schwerpunkt der Fastenpredigt von Pfarrer Norbert Blome, in der er Impulse dazu gab über den „über alle Grenzen der Vernunft sprengenden Konsum“ und „die mangelnde Bereitschaft etwas abgeben zu können“ nachzudenken und zu überlegen wie nachfolgende Generationen unser Verhalten beurteilen. „Wir nehmen uns mehr von dem was uns die Erde und die Arbeit des Menschen gibt, mehr als uns gut tut, im Gegenteil, wir bringen uns in Gefahr daran zu ersticken“, sagte er auch mit Blick auf Klimakatastrophe. Wirtschaftswachstum sei nicht die Lösung aller Probleme, nur weil Geld in die Kassen komme. Verantwortungsvoll mit der Erde und unseren Mitmenschen umzugehen sei tagtäglich Aufgabe jedes Einzelnen.


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